KEP-Branche drängt auf bundesweite Logistikflächenwidmung

Transformation des stationären Handels in Richtung Online-Handel beflügelt das B2C-Geschäft und schafft neue Arbeitsplätze.

KEP-Branche drängt auf bundesweite Logistikflächenwidmung Bild: Österreichische Post AG / Peter Umundum, Vizepräsident des Zentralverbandes Spedition & Logistik und Vorstand Paket & Logistik der Österreichischen Post AG.

In Österreich wurden im Vorjahr 287,1 Mio. Pakete transportiert, um 41,2 Mio. oder 16,7 Prozent mehr als 2019. Wobei nur das B2C-Geschäft zu diesem Wachstum führte – hier gab es laut Branchenradar einen Zuwachs um 31,1 Prozent auf 185,2 Mio. Pakete. Betretungsverbote und Lockdowns haben diese Entwicklung in den vergangenen 12 Monaten beschleunigt.

„Cyber Monday, Black Friday und Weihnachten waren schon bisher durch die kurzfristig enorm hohen Paketzahlen und Retouren eine logistische Herausforderung. Durch den Lockdown im Dezember 2020 gepaart mit dem Weihnachtsgeschäft sind die Paketzustellungen für Privatkunden durch die Decke gegangen und brachten unsere Branche kurzfristig an Ihre Leistungskapazitäten“, berichtet Peter Umundum, Vizepräsident des Zentralverbandes Spedition & Logistik und Vorstand Paket & Logistik der Österreichischen Post AG.

Aus Sicht des Branchenverbandes hat sich die Situation seit Beginn 2021 auf hohem Niveau eingependelt. Viele KEP-Unternehmen (Kurier-, Express- und Paketdienste) haben deshalb Personalaufstockungen vorgenommen. Neue Lager- und Sortierzentren sind im Entstehen. Weitere Neubauten sind notwendig um die, auch für die kommenden Jahre, erwarteten Steigerungen bei den Paketmengen zu bewältigen und Kundenwünschen, wie noch kürzeren Zustellzeiten und flexibleren Abhol- und Zustellmöglichkeiten gerecht zu werden.

„Dazu bedarf es auch der Bereitschaft der Politik, Logistikflächen in der Raumordnung und den Flächenwidmungsplänen zu verankern. Planungs- und Investitionssicherheit sind hier von großer Bedeutung. Einzelne Bundesländer setzen erste Schritte in diese Richtung“, so Peter Umundum.

Es müsse allerdings österreichweit mehr getan werden, um den steigenden Bedarfen gerecht zu werden. Bundesweit einheitliche Rahmenbedingungen würden sich positiv auf die Umwelt auswirken, da man Verkehrsströme im Sinne von Umwegfahrten reduzieren und somit auch CO2 einsparen kann.

Die KEP-Branche weist bereits seit mehreren Jahren, trotz starker Automatisierung und Digitalisierung, steigende Mitarbeiterzahlen auf. Während der letzten 12 Monaten der Pandemie ist der Personalbedarf, besonders durch den phasenweisen Ausfall des stationären Handels, noch stärker gestiegen Dadurch wurde die Bedeutung der für die Versorgungssicherheit systemrelevanten Anbieter auch in der breiten Öffentlichkeit sichtbar.

Die KEP-Unternehmen bieten dabei auch eine große berufliche Bandbreite. Peter Umundum: „Die Tätigkeiten gehen weit über Botenfahrer und Zustellpersonal hinaus. Sie reichen vom Disponenten über Lagerlogistiker bis hin zu IT-Spezialisten und sind, wie wir gerade sehen, krisensicher“. Zur Beherrschung der großen Komplexität, Zustellungen immer exakter vorherzusagen und die Effizienz der Tourenplanung zu steigern, werden vermehrt künstliche Intelligenz und Echtzeitdaten zur besseren Berechnung eingesetzt.

Viele KEP-Unternehmen setzten sich für die kommenden Jahre sehr ambitionierte Ziele zur Reduktion von CO2 Emissionen. Dazu zählt neben anderen Maßnahmen die Umstellung der Fahrzeugflotten auf Elektromobilität und andere alternative Antriebsformen.

„Während der private Einkauf mit dem eigenen Pkw häufig bei geringer Beladung stattfindet und ökologisch gesehen ineffizient ist, werden aus ökologischen und ökonomischen Gründen die Zustellfahrzeuge bis zum Rand beladen. Darüber hinaus wird der Transport mit einem weit höheren Anteil an Elektroautos und Lastenrädern bewerkstelligt als im privaten Bereich,“ sagt Oliver Wagner, Geschäftsführer im Zentralverband Spedition & Logistik.

www.spediteure-logistik.at

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